Kennzeichnungen „gentechnisch verändert“ und „ohne Gentechnik“

Rechtsanwaltskanzlei Dr. Kauch

0,9 %


GV-Anteil unter 0,1 %


Lebens-und Futtermittel


Schwellenwert
Gentechnik,
Gentechnikrecht,
Recht

Dr. Kauch Rechtsanwaltskanzlei - Fachanwältin für Verwaltungsrecht -

Gentechnikrecht

Kennzeichnungen „gentechnisch verändert“ und „ohne Gentechnik“

 
Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) müssen nach EU-Recht zugelassen und entsprechend gekennzeichnet werden. Ausgenommen von der Kennzeichnungspflicht sind Lebens- und Futtermittel, deren GVO-bzw. GV-Anteil unter 0,1 % liegt. Wenn nachgewiesen werden kann, dass ein höherer Anteil zufällig oder technisch nicht zu vermeiden ist, gilt ein höherer Schwellenwert, nämlich 0,9 %. Dieser Nachweis kann in der Regel für Rohstoffe aus zertifizierten Quellen erbracht werden. Folglich müssen Lebens- und Futtermittel in der Regel erst ab 0,9 % GVO-Anteil gekennzeichnet werden, wenn die Verunreinigung zufällig oder technisch nicht zu vermeiden ist. Demgegenüber müssen Lebensmittel, die von Tieren stammen, die mit GV-Futter gefüttert wurden, nicht gekennzeichnet werden. Hier kommt die Kennzeichnung „ohne Gentechnik“ ins Spiel. Eine solche Kennzeichnung ist möglich, wenn das Produkt keine Bestandteile von GV-Pflanzen enthält, bei Lebensmitteln keine zufälligen oder technisch unvermeidbaren Spuren von GV-Bestandteilen über 0,1 % enthalten sind, keine Zusatzstoffe, Vitamine, Enzyme, Aminosäuren und Aromen enthalten sind, die durch GV-Mikroorganismen hergestellt wurden und bei der Fütterung von Tieren über jeweils festgesetzte Zeiträume (4 Monate bei Schweinen oder 3 Monate bei Milchkühen) kein GV-Futter Mittel und Futtermittelzusatzstoffe verfüttert worden sind. Allerdings sind Futtermittelzusatzstoffe, die mithilfe von GV-Mikroorganismen produziert werden (z.B. Aminosäuren) und Tierarzneimittel aus gentechnischer Herstellung zulässig. Das heißt auch hier, „ohne Gentechnik“ heißt nicht gentechnikfrei, auch wenn dieses wohl landläufig so angenommen wird. 

Diesen Text finden Sie auch auf der Homepage der AGCT.